01 | 2022
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Auf der Suche nach Schwachstellen

Gebäudeenergieberatung vom Fachmann lohnt sich

Ist eine Dämmung von Außen- oder Innenfassaden sinnvoll? Oder geht zu viel Wärme über den Dachboden beziehungsweise über die Kellerdecke verloren? Viele Eigenheimbesitzer denken über eine Modernisierung nach. Zum einen sind es steigende Energiekosten, die zum Umdenken anregen. Zum anderen ist es der Blick auf den Klimawandel. Denn ein zu hoher Energieverbrauch schadet der Umwelt. 

Energieberater decken Schwachstellen auf 

Der Blick auf den Energieausweis oder Verbrauchsausweis verrät es meist: Da ist etwas im Argen. Doch Eigentümer wissen damit noch lange nicht, wo sich eine Modernisierung lohnen würde. An dieser Stelle kommen Gebäudeenergieberater ins Spiel – wie zum Beispiel Till Martens von der BSI Georg Martens GmbH & Co. KG in Westerstede-Ocholt. „Wenn sich ein Kunde bei uns mit der Frage meldet, ob und wo eine Dämmung notwendig ist, um die Heizkosten zu senken, dann wird zuerst ein Vor-Ort-Termin vereinbart“, beschreibt Till Martens die Vorgehensweise. „Bei diesem Termin werden bei einer ersten Begehung des Gebäudes offensichtliche Mängel angesprochen.“ 

Die nächsten Schritte dienen dazu, die Schwachstellen ausfindig zu machen. Dazu brauchen die Fachleute mehrere Unterlagen: Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Bauantragsunterlagen, Schornsteinfegerprotokolle und Verbräuche der letzten 36 Monate. „Wenn alle notwendigen Informationen vorhanden sind, wird das Gebäude bilanziert. Dadurch werden dessen Schwachpunkte sichtbar und man kann erkennen, wo beispielsweise die meisten Verluste entstehen“, so Martens. 

Eine weitere Möglichkeit, Schwachstellen bei einem Gebäude zu finden, bietet eine Gebäudethermografie. „Diese zeigt einfach und schnell Wärmedämmungsprobleme auf. Allerdings können die Schwachpunkte so nur geortet werden – es wird dabei nicht aufgezeigt, wie hoch die Verluste sind“, erklärt der Fachmann. 

Gezielt Bauteile verstärken 

Gebäudeenergieberater wie Till Martens werfen einen genauen Blick auf die thermische Gebäudehülle. Zu dieser zählen die Bodenplatte, die Kellerdecke, die Außenwände, die Fenster sowie Außentüren, die Dachflächen, die oberste Geschossdecke sowie Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen. „Da diese Bauteile zum großen Teil bereits lange installiert sind, kann eine Beurteilung nur aus den alten Unterlagen erfolgen – oder es wird ein baujahrspezifischer Aufbau herangezogen“, erklärt Martens. „Natürlich kann auf Wunsch auch eine Bauteilöffnung stattfinden. Diese wird dann aber über eine externe Fachfirma ausgeführt.“ Mit der Beratung erhalten die Kunden Informationen zu den exakten Schwachpunkten des Gebäudes. So können sie gezielt Bauteile mit hohen Verlusten verstärken. Dabei gibt es verschiedene Arten der Dämmung. Für die Außenwände ist ein Wärmedämmverbundsystem möglich. Dies besteht aus aufeinander abgestimmten Baustoffen für die außenseitige Montage. Ebenso kommen eine Hohlschicht- oder eine Innendämmung infrage. 

Hohlraumdämmung in Norddeutschland gängig 

Im norddeutschen Raum ist die Hohlraumdämmung eine gängige Maßnahme. Sie wird gern bei der nachträglichen Dämmung eines zweischaligen Mauerwerks verwendet. „Allerdings ist nicht bei jedem zweischaligen Mauerwerk eine Hohlschichtdämmung möglich, da es durch einen zu dichten Verblendklinker oder eine zu dichte Fassadenfarbe zu Feuchtigkeitsproblemen kommen kann“, gibt der Experte zu bedenken. Beim Dach können Eigenheimbesitzer die vorhandenen Sparren aufdoppeln und eine Zwischensparrendämmung einbringen. Eine Aufsparrendämmung ist ebenfalls eine gängige Methode. Erfolgt der Wärmeverlust dagegen in die untere Region des Gebäudes, ist die Dämmung der Kellerdecke sinnvoll. Die Einschätzung eines Gebäudeenergieberaters lohnt sich, damit nicht an der falschen Stelle modernisiert wird. So lassen sich unnötige Kosten einsparen. „Wenn die Schwachstellen gefunden und diese mit dem Kunden besprochen wurden, werden mögliche Förderungen abgestimmt und Fachfirmen eingeschaltet“, so Martens. Damit sind die Weichen für ein klimafreundliches Wohnen gestellt.


Mehr Informationen unter: www.bsi-martens.de


von Linda Bussmann